Notes

1This Laue centennial article has also been published in Zeitschrift für Kristallographie [Eckert (2012). Z. Kristallogr. 227, 27-35].

2Es ist eigentlich eine Schmach, dass man 10 Jahre nach der Röntgen'schen Entdeckung immer noch nicht weiss, was in den Röntgenstr. eigentl. los ist.”

3Unsere Theorie des Wirkungsquantums liefert einige merkwürdige Kon­sequenzen, die der experimentellen Prüfung wert sind. Nach Gleichung (16) müsste die Härte der polarisierten Röntgenstrahlen von dem Material der Antikathode unabhängig und universell bestimmt sein durch die Geschwindigkeit der auftreffenden Kathodenstrahlen. Dasselbe gilt nach (13) von der Energie der polarisierten Röntgenstrahlen. Z. B. ist bei Kohle die Gesamt­emission ziemlich schwach, die Polarisation verhältnismässig gross, bei Platin die Gesamtemission stark, die Polarisation relativ schwach. Nach dem qualitativen Anschein ist es wohl möglich, dass die polarisierte Intensität bei beiden Antikathoden ihrem absoluten Betrage nach gleich ist. Die Theorie kann nur dann in ihrer vorliegenden Form befriedigen, wenn sich diese Konsequenzen auch quantitativ bestätigen. Dahingehende Versuche werden in meinem Institut vorbereitet.

4“`Da hilft nun weiter kein Bemühn, Sinds Rosen nun sie werden blühn.' Die Versuche mit Röntgenstrahlen, die mich über die Wahrscheinlichkeit des Blühens näher unterrichten sollten sind noch nicht fertig.

5Bei einer Besprechung zwischen ihm [Ewald], von Laue und dem Ref. [Sommerfeld] zündete bei Laue der Entdeckergedanke....”

6Ich erwähne die Zweifel, welche anfangs die anerkannten Meister unserer Wissenschaft, die ich zu befragen Gelegenheit hatte, gegen den Gedanken der Kristall-Interferenzen gehabt hätten. Dabei habe ich allerdings auch an Sommerfeld gedacht, aber nicht minder an W. Wien und in gewissem Sinne auch an Röntgen, der ja nicht einmal nach den ersten Versuchen von Friedrich an die Interferenz-Natur der Punkte glauben wollte. Und dass ein wenig Diplomatie erforderlich gewesen wäre, um den Beginn der Versuche im Sommerfeldschen Institut zu erreichen, das ist allerdings richtig. Denn um die Wende März-April 1912 sah es so aus, als wollte Friedrich die Interferenz­versuche zunächst noch zurückstellen. Da veranlasste ich Dr. Knipping, sich der Sache anzunehmen; und dann ging es wie im Wallenstein: `Wenn es denn doch geschehen soll und muss, so mag ich's diesem Pestaluz nicht gönnen.' Es wäre mir lieb, wenn Sie auch von diesem Briefe Sommerfeld gelegentlich in Kenntnis setzten.

7und hoffentlich kommt Laue nicht. Ich fürchte, dass mein Behagen sehr unter seiner Anwesenheit leiden würde.” The remark refers to an invitation to Wien's country house in the Alps, where the Munich physicists used to meet for skiing.

8Warum haben Sie mich ausgeschlossen, als Sie mit Friedrich und Knipping und den anderen jüngeren Fachgenossen die Entdeckung der Röntgenstrahl­interferenzen feierten? Nun könnten Sie natürlich mit Recht darauf hinweisen, dass ich Ihnen gegenüber nicht immer korrekt aufgetreten war, namentlich kurz nach meiner Übersiedelung nach München. Aber Sie wussten doch, in welchem Gemütszustande ich kam. Hätten Sie mir “mildernde Umstände” bewilligt, so hätten Sie jedenfalls unsere persönlichen Beziehungen sehr wesentlich gebessert. Doch lassen wir das Vergangene ruhen; sagen wir “Schwamm darüber”. Es hat mich immer tief geschmerzt, mit einem Fachgenossen nicht gerade gut zu stehen, dessen Leistungen ich so hoch bewerten muss. Es wird mir eine grosse Erleichterung sein, wenn das jetzt anders wird.